Das, was wir heute als das modere Karate kennen, wurde erstmals 1922 in Tokio bei einer großen Budo-Gala vorgestellt. Jedoch begann die Geschichte des Karates schon viel früher. Man kann heute mit Sicherheit Wurzeln bis ins alte China zurückverfolgen.

Dadurch das Okinawa und China damals sehr rege Handelsbeziehungen verfolgten, war es unvermeidlich, dass sich lokale Kampfkünste vermischen. Unter anderem entstand daraus das Okinawa-Te.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde Karate noch im geheimen trainiert. Daher gab es viele kleine Trainingsorte. Viele Techniken wurden nur von Meister zum Schüler weitergegeben. 1875, während der Meji-Restauration, wurde Okinawa zur japanischen Präfektur erklärt. Das hatte zur Folge dass sich die Bevölkerung den Lebensgewohnheiten Japans langsam anpasste und somit auch Karate mehr in die Öffentlichkeit drängte.

Die vier großen Stilrichtungen

Im heutigen „modernen“ Karate existieren, neutral gesehen, vier große Stilrichtungen: Shotokan-Ryū, Goku-Ryū, Shito-Ryū und Wado-Ryū. Alle vier gehen auf die okinawanische Stile Shōrei-Ryū und Shōrin-Ryū, zurück. Jedoch wurden die vier großen Stilrichtungen, von unterschiedlichen Meister über viele Jahre geprägt, systematisiert und vervollständigt und sind heute sehr weit verbreitet.

Shōtōkan

Der Shōtōkan-Stil ist die am weitesten verbreitete Stilrichtung im Karate-dō. Man unterscheidet hierbei zwischen dem sportlichen Zweig und der Kampfkunst. Gegründet wurde dieser von Funakoshi Gichin (1868–1957). Sein Spitzname war Shōtō (Pinienrauschen). Er war sehr um die Verbreitung des Karate bemüht. Ihm gelang es, diese Kampfkunst in den Sportunterricht an der Schule zu integrieren. 1935 eröffnete er seine eigene Trainingshalle in Tokio, welche den Namen Shōtōkan (Haus des Shōtō) trug. Diese Bezeichnung wurde dann später auch für den Karatestil übernommen und hat bis heute Bestand.

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Danach folgten viele heutzutage bekannte Namen, die auf ihre besondere Weise das Shōtōkan ergänzt haben, wie wir es heute kennen. Darunter befinden sich Namen wie: Yoshitaka Gigō, Nakayama Masatoshi, Kase Taji, Hirokazu Kanazawa, Nishiyama Hidetaka, Shirai Hirosh, Jorga Vladimir und Ilija und viele viele weitere…

Heutzutage ist das Shōtōkan-Karate in zahlreichen unterschiedlichen Verbänden organisiert. Jedoch sind die Grundwerte aller Verbände ähnlich oder gleich.